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ipeco85
Verfasst am: 9.6.2016, 13:59 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.05.2011 Beiträge: 223 Wohnort: Wien
Hallo ihr Wissenden,
meine Rote hab' ich motorisch ganz gut hingekriegt, aber - leider ist immer irgendwas vor dem Treffen dann doch nicht so, wie's gehört Sad
Diesmal nervt mich die Kupplung.
Wenn sie kalt ist, alles bestens. relativ weicher Eingriff. Relativ langer Weg. Bei zunehmender Betriebstemperatur (Stadtfahrt stop&go) verschiebt sich der Druckpunkt aber mmer weiter Richtung Griff, bis sie im schlechtesten Fall nicht mehr trennt. Ausserdem quietscht sie dann erbärmlich beim Trennen und sie wird recht ruppig. Druckstangen sin gefettet. Beläge und Scheiben sind m.E. richtig eingebaut. Auch der Tausch der Beläge durch andere (gebrauchte, - die ich mit Bürste und Bremsenreiniger behandelt hatte) hat keine wesentliche Veränderung gebracht. Motor ist ein X-Typ, weisse Kunststoffabdeckung.

Interessanterweise ist das Verhalten an meiner blauen GANZ anders: Praktisch kein federbelastetes Spiel am Hebel, sie trennt praktisch sofort, hält aber trotzdem. Und KEINE merkbare thermische Veränderung. Weiss aber auch nicht, ob DIESES Verhalten "normal" ist.
Ich möchte die Kupplungen nicht gerne zu vergleichender Verhaltensforschung austauschen - "never change a running system"
Federn sind möglicherweise härter als bei der roten.

Hat wer eine Erklärung - Idee?

DANKE !!!
Peter
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Robert Reuter
Verfasst am: 9.6.2016, 14:17 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 09.01.2007 Beiträge: 561
Meine Kupplung hat immer schlecht funktioniert, solange ich selbst konfektionierte Züge aus dem Zubehör genommen habe. Originale Züge funktionieren am besten.

Wunder hat es bei mir auch bewirkt, wenn ich neue Beläge und Federn eingebaut habe. Obwohl die alten laut Handbuch nicht verschlissen waren, ging es danach immer viel viel besser.

Das Kleeblatt hinter dem Korb: Wenn es aus Messing war, ging meine Kupplung nie gut. Umrüstung auf das neuere Kleeblatt aus Kunststoff hat immer Verbesserung gebracht.

Grüße, rr
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Werner Wilhelmi
Verfasst am: 9.6.2016, 17:29 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 1088
Hallo Peter,

vergrößere mal das Spiel zwischen Kupplungshebel am Motorgehäuse und Druckstange. Dazu musst du die 11er Kontermutter lösen und die Schraube hinein drehen. Bei kaltem Motor und ohne Kupplungszug muss der Hebel völlig frei sein und herumfallen.
Laut Werkstatthandbuch sollen zwischen Motorgehäuse und Kupplungshebel 15 mm Abstand sein. Das dazu gehörende Bild findest du überall in den Handbüchern.

Gruß
Werner

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ralph
Verfasst am: 9.6.2016, 18:34 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
Das kenne ich.

Wenn Werners Vorschlag nicht hilft / ausreicht, hast du das Phänomen, dass Kupplungskorb und Kern bei heißem Motor direkt aneinander klemmen. Weil der Korb aus Alu ist und sich mehr ausdehnt als die Getriebeprimärwelle. Wenn du sehr schnell alles zerlegst (solange noch alles heiß ist), wirst du merken, dass die Kupplung auch ohne Reib – und Stahlscheiben nicht mehr ganz sauber trennt.

Zwischen der Buchse, die das große Primärrad führt, und dem Kupplungskern ist normalerweise eine Distanzscheibe. (Die auch gern mal verloren geht.) Müsste so 0,5 …. 1 mm dick sein. Leg mal eine Scheibe 1…3 Zehntel Millimeter dazu.

Übrigens – habe gerade nachgeglotzt – ist die Scheibe im alten Teilekatalog der 3 ½ nicht zu sehen. Kann gut sein, die kam erst später mit dem weißen Plastikkreuz dazu.

(Ich bin dabei davon ausgegangen, dass es sich um 3 ½ er Mopeds handelt…)
LG Ralph


Nachtrag: Die originale Distanzscheibe hat 20 x 27 x 1 mm,

ich habe welche gekauft 20 x 28 x 0,2 ...0,5, die passen auch

hab leider keine Brioefmarken im Haus, aber in Wien wird man so was ja kriegen.

kleiner Zusastztipp: Bei Arbeiten an der Kupplung ist man wesentlich entspannter, wenn man ein nachweislich blutdrucksenkendes Wesen dabei hat:


_________________
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hol´n dich irgendwann ein, wenn du dich noch so beeilst.
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ipeco85
Verfasst am: 9.6.2016, 20:21 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.05.2011 Beiträge: 223 Wohnort: Wien
Vielen Dank für die schnellen Antworten Smile)

- Ralph,
ich glaube, deine Beschreibung scheint am Besten zu passen. Werde den Kern noch etwas weiter distanzieren. Scheiben habe ich. Ein paar Tage hab' ich ja noch zum Testen, bevor's auf die Reise geht - man hat ja sonst nix zu tun Wink

Viele Grüße
Peter
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ralph
Verfasst am: 9.6.2016, 22:52 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
Gib nur 8, dass du die Mutter auf der Getriebewelle nicht überziehst. Ich hatte bislang Glück, aber sowohl Schwoab als auch JSf ist es schon passiert, dass...



und das ist echt eklig. Für die alten Motore waren da 65 Nm anbefohlen, für die neueren (Kokkusan und aufwärts oder so) 95 Nm oder mehr.

Bleibt lieber bei 65 Nm...


Wenn das Wellenende abkracht, is natürlich komplette Moderzerlegung anbefohlen. Braucht man so nötig wie Läuse.

LG Ralph

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ipeco85
Verfasst am: 13.6.2016, 17:37 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.05.2011 Beiträge: 223 Wohnort: Wien
Doch der Klassiker Sad
Kaum sind die Stahlscheiben der Kupplung an ihren gewohnten Positionen, läuft alles ganz sanft und ohne Ruckeln. Kupplungskorb und Käfig haben doch schon merkbare Einlaufstellen. Ich habe sie mit der Feile zwar etwas geglättet, ab ganz raus gehen sie mit einfachen Mitteln nicht mehr.
Ein Hinweis war, dass die zusätzliche Distanzscheibe an der Getriebewelle das ganze nochmals verschlimmert hat und sie in der Stadt praktisch unfahrbar war. "Digitalkupplung" mit zufälligem Druckpunkt.
Habe beim Zusammenbau nach der Motorrevision offenbar doch nicht genau geschaut. LaStrega Numero 3 (Kupplungsrupfen) hat mir dann den Kick zum nochmaligen Check gegeben.
Mutter ist mit 60Nm angezogen!

Nochmals vielen Dank an die Runde für die Tipps!

VG
Peter
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Laubfrosch
Verfasst am: 13.6.2016, 22:10 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 1892 Wohnort: 55116 Mainz
Diese gepflegten Modellfinger äh Dreckflossen auf dem Bildle kommen mir irgendwie bekannt vor. Very Happy

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ipeco85
Verfasst am: 9.7.2016, 21:41 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.05.2011 Beiträge: 223 Wohnort: Wien
So, alles paletti, wie man in Wien sagt Very Happy

Was hab' ich gemacht?
Ich habe die Kupplungen - Beläge und Kern meiner beiden Morinis untereinander ausgetauscht.
Folgende Unterschiede:
Bei der blauen (Bj 75 Lenker mit den alten CEV Schaltern) kam die Kupplung erst knapp vorm Auslassen, Hebel hatte viel Luft, aber sehr wenig Weg, also fast eine Digitalkupplung.
Bei der roten (Kombi-Armatur) war der Kupplungsweg viel zu lang, praktisch über den ganzen Hebelweg.
Unterschiede der Pakete:
Blau war als Paket ca 1mm dicker als rot. Die Beläge waren bei beiden Paketen praktisch gleich dick, nur beim blauen Paket sind die Stahlscheiben nicht komplett eben.
Auswirkungen:
die blaue hat jetzt das "dünnere" Paket, Hebelweg ist etwas länger und kuppelt nicht mehr erst ganz vorne.
Rot: Kürzerer Bereich zwischen ein- und ausgekuppelt - und das Wichtigste: KEIN Problem mehr mit dem finden des Leerlaufs im Stand !!!!
Zusätzlich habe ich bei der roten noch den Mantel des Kupplungszuges um 2mm gekürzt, sodass der Ausrückhebel mehr Abstand zur Kette hat.

Beim "blauen" Paket waren bereits heftige Einlaufkerben am Kupplungskern zu sehen. Ist aber im praktischen Betrieb nicht spürbar. Wenn die Beläge in die Einlaufstellen passen und nicht über ungewohnte Kanten rutschen müssen, macht das offenbar nicht so viel aus.

Wie gut, wenn man 2 gleiche und doch verschiedene Morinis hat
Laughing

Viele Grüße aus Wien
Peter
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andre
Verfasst am: 23.7.2016, 12:32 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 06.01.2007 Beiträge: 605 Wohnort: 41179 Mönchengladbach
Hallo zusammen,
ich will das Thema auch einmal aufgreifen, um eine Frage loszuwerden. Woran liegt es denn, wenn mit exakt auf 15 mm eingestelltem Abstand des Ausrückhebels zum Motorgehäuse die Kupplung im warmen Zustand nicht mehr sauber trennt? Ich habe dieses Phänomen an meiner Camel 501. Trotzdem ich sämtliche Beläge gegen andere (allerdings auch gebrauchte) getauscht habe, habe ich keine Besserung erzielen können. Ich habe daraufhin den Hebelweg auf 20 mm vergrößert. Jetzt trennt sie auch. wenn der Motor heiß ist.
Werde es wohl mal mit neuen Belägen versuchen müssen.
Schönes Wochenende
Andre
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Sir1
Verfasst am: 23.7.2016, 13:30 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 1981 Wohnort: Hygind, DK
andre hat Folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,
ich will das Thema auch einmal aufgreifen, um eine Frage loszuwerden. Woran liegt es denn, wenn mit exakt auf 15 mm eingestelltem Abstand des Ausrückhebels zum Motorgehäuse die Kupplung im warmen Zustand nicht mehr sauber trennt? Ich habe dieses Phänomen an meiner Camel 501. Trotzdem ich sämtliche Beläge gegen andere (allerdings auch gebrauchte) getauscht habe, habe ich keine Besserung erzielen können. Ich habe daraufhin den Hebelweg auf 20 mm vergrößert. Jetzt trennt sie auch. wenn der Motor heiß ist.
Werde es wohl mal mit neuen Belägen versuchen müssen.
Schönes Wochenende
Andre


Nocke am Hebel verschlissen? Befestigungsloch ein bisschen tiefer angesetzt als bei anderen Hebel? Aber eigentlich ist es ja egal ob du 15 oder 20 mm dort hast. Das ist ja sowieso eher ein Richtwert - nichts an der Konstruktion ist besonders präzise ausgelegt. Weniger als 15 mm ist normalerweise schlecht, viel mehr kann unter Umständen kritisch sein.

_________________
Søren
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norbert
Verfasst am: 23.7.2016, 16:12 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 05.01.2007 Beiträge: 4348 Wohnort: Lübeck
Sehe ich auch so wie Sören.
Wenn du enger als 15 mm einstellst, kommst du der Kette bedenklich nahe.
Ich habe seit einiger Zeit auch mal wieder eine eine rupfende Kupplung. Im Stadtverkehr wahrlich keine Freude. Wenn ich aus Bornholm zurück bin, werde ich da wohlmal beigehen müssen.

Morgen geht´s erstmal mit dem Ducaudi in die dänische Karibik Razz

norbert
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corsarino
Verfasst am: 25.7.2016, 8:24 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 2570
Hallo Andre,

ich hatte auch an einer 501 ein ähnliches Thema.
Grund für die kaum einzustellende Kupplung war die Fachwerkstatt, die das Moped im Auftrag des Vorbesitzers mit Handprotektoren nachgerüstet hat.

Der Spezialist hat einfach die Schrauben mit dickem Hals vom Kupplungshebel und Bremshebel gegen lange M6 Schrauben ausgetauscht um dort seine Protektoren zu befestigen.

Somit haben die Hebel keine vernünftige Führung mehr und arbeiten sich in das M6 Gewinde ein. Man braucht garnicht genau hinzuschauen, um den Schrott auf dem Bild zu erkennen...

Neuer Hebel, neue Halsschraube und bisschen Fett sorgen nun für eine nahezu perfekt Kupplung Wink




Sei froh, daß ich bei dem Moped schneller war als du... Confused

Gruß, Andreas
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