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<  Motor  ~  Welche Kugellager?

eddie
Verfasst am: 28.12.2016, 21:52 Antworten mit Zitat
Corsarino Corsarino
Anmeldedatum: 22.10.2009 Beiträge: 11 Wohnort: Gundremmingen
Hallo erst mal,
ich revidiere gerade meinen Motor.
Es handelt sich um einen 3 1/2 Motor, Bj. 78, Kurbelwelle gleitgelagert.
Ich stehe gerade vor der Wahl, welche Kugellager ich für Kurbelwelle, Getriebe- und Nockenwelle verwenden soll.
Eingebaut waren ja Kugellager mit Stahlkäfig und erhöhter Lagerluft C3.
Jetzt habe ich von Polyamidkäfigen gehört (z.B. SKF mit der Zusatzbezeichnung TN9)
Kann man diese Lager bedenkenlos einsetzen oder gibt es Probleme bei den Morini Motoren?

Vielen Dank für Eure Unterstützung...Gruss Eddie...
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Grufti
Verfasst am: 4.1.2017, 19:14 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 966 Wohnort: Remscheid
Hallo Eddie,
es gibt scheinbar keine Erfahrungen.
In einem Motobi-Motor habe ich für die Kurbelwellenlager auf der rechten Seite, die gut mit Öl versorgt werden, Lager mit Kuststoffkäfigen eingebaut. Die Kontrolle nach etwa 4000 Kilometern ergab verzogene Käfige, aber die Kugeln waren noch an der richtigen Stelle. Ich denke, dass der Käfig nahe an seiner Grenztemperatur lief, die mit 130 Grad Celsius angegeben wurde. Das Öl in der Ölwanne ist selten über 100 Grad heiß, wie bei der Morini. Aber unmittelbar an der Kurbelwelle ....?

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Hartmut
Wer nicht bastelt, hat schon verloren.
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vdeux
Verfasst am: 5.1.2017, 17:20 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 06.01.2007 Beiträge: 284 Wohnort: bei Schwaebisch Hall
Grufti hat Folgendes geschrieben:

In einem Motobi-Motor habe ich für die Kurbelwellenlager auf der rechten Seite, ............. Lager mit Kuststoffkäfigen eingebaut. Die Kontrolle nach etwa 4000 Kilometern ergab verzogene Käfige, aber die Kugeln waren noch an der richtigen Stelle.


Hallo Hartmut,
das ist interessant.
Habe an meiner MotoBi damals ein Pendelkugellager mit Kunststoffkäfig eingesetzt. Aber mehr als 4000 km bin ich wohl auch nicht gefahren - aber keine Probleme gehabt.
Vielleicht war die Wellendurchbiegung das Problem. Hatte mir das Pendelkugellager deshalb für diese - überbestimmte - Lagerung von einem SKF-Ingenieur empfehlen lassen. Der wollte aber damals auch keine Freigabe für über 130°C geben....
Aus heutiger Sicht würde ich an der Kurbelwelle auch Metallkäfige verbauen - sofern Lager damit verfügbar sind.

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Gruß
Jürgen
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ralph
Verfasst am: 5.1.2017, 19:04 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
Ich habe schon geplatze Rillenkugellager an den Morinis gesehen – einmal ist mir das Lager hinter dem Ritzel geplatzt, und ich hatte auch schon einen Motor auf der Werkbank, bei dem war das KW-Hauplager auf der Ölpumpenseite hinüber (Blechkäfig auseinandergeflogen.)

Seitdem ersetze ich gern das KW-Hauplager auf der Ölpumpenseite durch ein Vierpunktlager mit Messingkäfig (QJ 306 MA, wenn ich mich richtig erinnere) und das Abtriebslager durch ein Zyliderrollenlager mit Stahlkäfig. An einer wälzgelagerten KW würde ich das Loslager auf der Generatorseite ebenfalls durch ein Zyliderrollenlager mit Stahlkäfig erstzen. Die anderen Lager hab ich immer so gelassen, wie sie waren.

LG Ralph

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2Vclassic
Verfasst am: 6.1.2017, 10:21 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 126 Wohnort: Düsseldorf
Ich hätte bei Motoröl und Wärme immer Bedenken mit der langfristigen ( viele Jahre ) Verwendung von Kunststoffen .... im Industrie Maschinenbau im Dauerbetrieb mit definierten Wechselintervallen oder Überwachung von Laufleistungen kommt Alterung von Kunststoff gar nicht erst zum tragen...

Gab es z.B. bei Ducati Pantah ab Werk und ist heute als potentielle Ursache für Motorschäden gefürchtet....

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Gruß

Michael (D)

Morini 3 1/2 S Bj 77
Laverda 750 SF2 Bj 74
BMW R 100 GS PD Bj 95
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Grufti
Verfasst am: 6.1.2017, 11:48 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 966 Wohnort: Remscheid
Hallo Ralph,
mit Blechkäfigen hab ich auch schlechte Erfahrungen an dem Rillenkugellager des linken Hauptlagers. So ab 30000 Kilometer Laufleistung kam das manchmal vor.
Der Ersatz durch QJ Lager an 2 Motoren war ein Reinfall, weil die Lager ohne erhöhte Lagerluft empfohlen wurden. Angeblich fuhren schon viele 3 1/2er damit. Ein Lager war schwergängig, hielt aber, bis der Motor als Ersatz zur Seite gelegt wurde. Das zweite Lager lief nach etwa 2500 Kilometern nicht mehr leise. Die Kontrolle ergab abgeplatzte Kugeln und rauhe Laufbahnen. Typische Zeichen für zu wenig Betriebsspiel. Teurer Schrott! Gab es damals keine QJ mit C3?
Jetzt baue ich wieder Kugellager mit erhöhter Lagerluft (C3) und Blechkäfig ein, weil ich keine mit Messingkäfig mehr habe.

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Hartmut
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norbert
Verfasst am: 6.1.2017, 15:40 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 05.01.2007 Beiträge: 4348 Wohnort: Lübeck
Hier die Kugeln eines originalen linken Hauptlagers eines 501ers nach schätzungsweise 50-70tausend km. Der Motor lief bis zum Schluß wie die Sau, aber die Geräusche waren wirklich nicht mehr schön.




norbert
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ralph
Verfasst am: 6.1.2017, 17:17 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
Hallo Hartmut,


Von FAG gibt’s die Vierpunktlager auch in C3:


www.mercateo.com/p/260I-27727/QJ306_MPA_C3_FAG_VIERPUNKTLAGER_FAG.html


Mein QJ 306 ist kein C3 – der Motor läuft schon ca. 42 tkm damit. Als ich vor 3 Jahren die KW gewechselt hab, sah das Lager super aus und fühlte sich auch so an. Es gibt natürlich Toleranzen in der Gehäusebohrung, vllt. war dein Gehäuse besonders eng, und das hat das Lager dann zu eng gemacht. Selbiges hab ich auch schon mit den Gleitlagerringen beim Verpflanzen von einem Gehäuse ins andere erlebt. Ich kann mich erinnern, dass damals mein QJ, frisch aus dem Gefrierschrank, ins warme Gehäuse mit einem satten KLACK einfach reingefallen ist.

Die 6306 MAP63 mit Messingkäfig habe ich auf die Schnelle auch nicht gefunden, notfalls kann ich ein gebrauchtes rausrücken, aber wie viel das gelaufen hat – keine Ahnung mehr. Hatte ich damals in den 80ern von Regi Schwarz bekommen, habe es dann später durch ein QJ ersetzt.

Ach ja, anbei ein Bildchen meines geplatzten Abtriebslagers. Das war 1990. Seitdem habe ich ein Montagegehäuse… und fahre am Abtrieb nur noch Rollenlager (NJ 206 glaub ich sind das).

LG Ralph






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Grufti
Verfasst am: 7.1.2017, 10:30 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 966 Wohnort: Remscheid
Danke für den Link Ralph.
Selten so preiswerte Lager gesehen. Und noch dazu mit Lagerluft C3!
Mein "Tuningprofessor" aus der Quicklyzeit vor 60 Jahren sagte damals:
"Wenn du ein Lager auf einer Welle erneuerst, über die Wärme in das Lager geführt wird, nimm immer erhöhte Lagerluft, egal was du vorfindest" Der hat mir auch gezeigt, wie man Dichtungen aus den zähen Deckblättern von Jahreskalendern herstellt. Mach ich immer noch. Sein Rezept für Dichtungskitt aus Schmierseife und einem geheimnisvollem Pulver hab ich vergessen. Er starb leider zu früh, als ihn seine getunte Ossa auf nasser Straße abwarf.

@ Norbert
bei so eckigen Kugeln hätte es den normalen Blechkäfig schon zerissen!

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Hartmut
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rolf
Verfasst am: 13.2.2017, 18:31 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 97 Wohnort: Hamburg Moorburg
Ich nehme immer nur Lager mit Messingkäfig....ist vielleicht etwas overdressed, aber ich finde der Lagerpreis ist noch der kleinste Kosten/Zeitfaktor bei einer Überholung.
Kunsstoffkäfige nehme ich nicht MEHR....der Käfig härtet aus bei den Temperaturwechseln (das belastet ihn mehr wie andauernde 130° C) von heissen zu kalten Motor und entlässt die Kugeln dann in's Freie.
Rolf
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