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<  Motor  ~  Frage Rollenlagerumbau Kurbelwelle

gacaro
Verfasst am: 13.3.2017, 19:41 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.01.2011 Beiträge: 30
Hallo,

ich habe zwar alle verfügbaren Lastrega-Hefte, nicht jedoch die Ausgaben 31 und 32, in denen der Rollenlagerumbau der Kurbelwelle beschrieben ist.

Da der Aussenring des Lagers (Polradseite) Punktlast hat, ist hier wohl ein Schiebesitz zu erwarten.

Wie wird der Aussenring des Rollenlagers gegen "Wandern" Richtung Kurbelwelle gesichert?
Einkleben mit Loctite?

Wer hat den Umbau schon durchgeführt und kann Auskunft geben oder mir mit den Artikeln aus den Ausgaben 31+32 aushelfen?

Viele Grüße
Robert
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B_punkt
Verfasst am: 14.3.2017, 15:52 Antworten mit Zitat
Colomi Colomi
Anmeldedatum: 16.05.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Hamburg
Moin moin,

also, wenn ich Deine Frage richtig verstehe, möchtest Du wissen, wie Du den Außenring sichern kannst.
Da es schon wieder ein paar Jahre her ist, als ich den Umbau von Gleitlager auf Rolle vorgenommen habe, kann es sein, dass ich ihn damals mit Lagerkleber gesichert habe. Bin aber der Meinung, dass ich den Außenring nur gepresst habe
Als ich den Gleitlagersitz für den Innenring vorbereitet habe, war die Presspassung nicht ausreichend und habe zur Sicherheit Lagerkleber genutzt, nicht schön, aber funzt!

Soll heißen beide Ringe Fixieren. Das Loslager ergibt sich aus der Art deines Lagers!

Von der Definition her, wurde ich den Innenring als Punktbelastet und den Außenring als Umfangbelastet sehen.

Habe ich dir helfen können? Heft 31 habe ich noch wo liegen!

Gruss Andreas B.
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gacaro
Verfasst am: 14.3.2017, 16:08 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.01.2011 Beiträge: 30
Hallo Andreas,

ich sehe das so, dass der Innenring auf der Kurbelwelle axial durch Sicherungsring, Zahnriemenscheibe, etc. axial gesichert ist.
Da sich die Kurbelwelle dreht, sollte der Innenring an diesem Lager Umfangslast haben.
Der Außenring des Lagers "steht" im Gehäuse und sollte entsprechend Punktlast haben.
In der Regel legt der Konstrukteur diesen Ring auf Schiebesitz aus.
Beim Rillenkugellager ist das kein Problem, da der Innenring fixiert ist und der verschiebbare Außenring über die Wälzkörper geführt ist.
Hier handelt es sich m. E. um das Loslager der Kurbelwellenlagerung.
Beim Einsatz eines Zylinderrollenlagers NU an dieser Stelle entfällt die Führung des Außenringes über die Wälzkörper und dieser könnte aus meiner Sicht Richtung Kurbelwelle wandern.

Die Frage ist, ob die Fixierung durch z. B. Loctite Lagerkleber an dieser Stelle reicht.

Es gibt doch sicher einige Morinisti, die diese Erfahrung schon - hoffentlich mit positivem Ausgang - gemacht haben.

Viele Grüße

Robert

Idea
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B_punkt
Verfasst am: 14.3.2017, 16:57 Antworten mit Zitat
Colomi Colomi
Anmeldedatum: 16.05.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Hamburg
Moin Robert,

Ansich gibt´s Du dir ja schon die Antwort selbst. Du möchtest den Aussenring nicht wandern lassen (lose Passung oder "Schiebesitz"), also musst Du ihn fixieren! Da gibt es die Möglichkeit der Übermasspassung also Pressen, oder mit Adhäsiven Verfahren also Verklebung, oder mit Formschluss z.B. Sicherungsring etc.

Also kannst Du Dir doch die Version aussuchen, die Du umsetzen möchtest. Hauptsache Du fixierst den Außenring, denn in der Tat wäre ein Wandern nicht optimal!!!!

Zum Thema Punkt-Umfangslast gibt die SKF Seite was her.

http://www.skf.com/de/products/bearings-units-housings/roller-bearings/principles/design-considerations/radial-location-bearings/selecting-fits/index.html

Siehe Kapitel Tabelle1. 3.Fall "Vibrationsmaschine"

Dein Zitat: "Der Außenring steht" ist richtig, aber Du hast eine Umfangslast, d.h. die Kraft wirkt nicht in eine Richtung!

Zum Thema Haltbarkeit ich habe seit 15Jahren keine Probleme mit dieser Form Lagerungfixierung. Die Erfahrung der anderen Rollenlagerfahrer wird Dir helfen, dich für deinen Weg zu entscheiden. Bitte melden!


Gruß

Andreas
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Werner Wilhelmi
Verfasst am: 14.3.2017, 17:15 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 04.01.2007 Beiträge: 1088
An der Stelle der Kurbelwellenlagerung wird nichts axial gesichert.
Das einzige denkbare ist, den Außenlagerring am drehen zu hindern, sprich einkleben.
Aber selbst das wurde bei den älteren Motoren nicht gemacht.
Axial ist die Welle auf der anderen Seite fixiert.

Gruß
Werner

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gacaro
Verfasst am: 14.3.2017, 19:36 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.01.2011 Beiträge: 30
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Infos, ein besonderes Dankeschön an André, der mir den Artikel von JSf aus Heft 32 zukommen lassen hat!

Ich seh' jetzt schon etwas klarer..

Auslöser für meine Nachfrage war ein zerlegter Motor in Österreich, bei dem eben dieser Umbau mit einem NU206 durchgeführt worden war und an dem der Aussenring sichtbar an der rechten Kurbelwange geschliffen hatte.

Da dieses Lager die gleichen Abmessungen wie das originale 6206 hat, würde ich ein Wandern des Außenringes während des Betriebs unterstellen.

Bleibt wohl nach wie vor Mutmaßung.

Ich würde das nur gern verstehen, da ich derzeit einen Motor aufbaue und mir diese Erfahrung gern ersparen würde..

Offensichtlich hat der Aussenring doch zumindest leichten Presssitz.

Ich werde mein Lager besser einkleben.


Viele Grüße

Robert
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Dirk Runkel
Verfasst am: 15.3.2017, 7:31 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 19.02.2010 Beiträge: 345 Wohnort: 56743 Mendig/Eifel
Hab den Umbau vor drei Jahren bei Ducati Development Dortmund machen lassen, frag doch da mal nach. Das Lager wurde nicht eingeklebt, Probleme gibt's bis jetzt keine.

Gruß
Dirk

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ralph
Verfasst am: 15.3.2017, 15:46 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
@Robert:

Nimm doch ein NJ 206 statt eines NU, beim NJ hatt der Innenring einen Bund.

LG Ralph

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gacaro
Verfasst am: 16.3.2017, 15:13 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.01.2011 Beiträge: 30
Hallo Ralph,

genau so werde ich es machen. Ein NU206 wie im von mir gesichteten Motor mit angeschliffener Kurbelwange oder auch ein NU1007 wie im Bericht von JSf in Lastrega32 hat nach meiner Ansicht an diesem Lagerort aus besagtem Grund nichts verloren.
Reicht der "Presssitz" aufgrund von Motorerwärmung nicht aus, ist der Schaden vorprogrammiert.

Danke für euer Feedback.

Manchmal braucht´s eine Weile und einige Infos, um sich eine Meinung zu bilden.


Gruß

Robert
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ralph
Verfasst am: 16.3.2017, 15:37 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 03.02.2007 Beiträge: 140 Wohnort: Albig bei Alzey
@Robert:


Hängt sicher auch davon ab, wieviel das Gehäuse schon erlebt hat und wie "ausgeleiert" die Lagersitze sind. Im Zweifel einkleben.


Bei der Gelegenheit auch gleich ein Rollenlager hinter's Ritzel machen! Mir ist schon mal... aber sieh selbst...







LG Ralph

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gacaro
Verfasst am: 16.3.2017, 16:10 Antworten mit Zitat
Morinisti Morinisti
Anmeldedatum: 11.01.2011 Beiträge: 30
Hi Ralph,

oje, wenn man das sieht, traut man sich bald gar nicht, mehr mit den Morinis zu fahren.

Eigentlich halten die Dinger viel mehr aus als unsere gesammelten Schadens-erfahrungen vermuten lassen.

Aber wir sind ja fast alle Bastler, die sonst ohne Beschäftigung wären.

Gruß

Robert
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