Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Die 50er und 60er Jahre

Für die Kunden erschienen 1953 als erste Modelle einer neuen Viertaktserie die „175 Turismo“ mit 8,5 PS und die berühmte „Settebello“ auf dem Markt. Die „Settebello 175“ wurde bis 1957 als straßentauglicher Production-Racer für ambitionierte Teilnehmer bekannter Langstreckenrennen wie Milano-Taranto oder dem Giro d´Italia angeboten und war mit ca. 15PS aus 175cm ³ Hubraum für Rennen prädestiniert. Alle Settebellomotoren verließen damals leistungsüberprüft das Werk.

Die Palette wurde 1954 um die Sportversion „Gran Turismo“ mit einer Leistung von 11 PS ergänzt. Eine Super-Sport-Variante leistete 13 PS und muß als alltagstaugliche Alternative zur „Settebello 175“ gelten. Der Typ „Settebello 175 Aste Corte“ entstand ab 1958 als reine Rennmaschine in wenigen Exemplaren und wurde noch bis Anfang der siebziger Jahre von Privatfahrern eingesetzt. Alle Motoren dieser Baureihe folgten dem gleichen Konstruktionsprinzip eines ohv-Einzylinders mit Stößelstangen und Kipphebel. Werksseitige Versuche mit einer Settebello mit obenliegender Nockenwelle wurden nicht weiterverfolgt. Die Zuverlässigkeit der Morinis war sprichwörtlich und eine der Grundlagen für den Verkaufserfolg der Marke. 1956 kam die „Briscola“ mit 17-Zoll-Rädern und Gabel mit geschobener Kurzschwinge als wirtschaftlich günstige Alternative zu den restlichen Modellen hinzu. Ihr Erfolg war allerdings bescheiden.

Ab 1958 ersetzte die „Tresette“ alle bisherigen 175er-Straßenmodelle und sorgte so für Überschaubarkeit in der Modellpalette. Es gab auch dieses Modell in einer Sportversion als „Sprint“ mit 13PS. Beide Modelle wurden bis 1963 angeboten. Mit der „Tresette“ verschwanden auch die bis dahin noch in einzelnen Modellen noch verbauten Graugusszylinder. Eine auf 250cm ³ Hubraum gebrachte Version nannte sich „Settebello 250 GTI“ und sollte zwischen 1965 und 1969 vor allem den amerikanischen Markt erobern, was aber weitgehend mißlang.

125 Monoalbero

125 Monoalbero

175 Supersport

175 Supersport

175 Settebello Aste Corte

175 Settebello Aste Corte

175 Briscola

175 Briscola

175 Tresette

175 Tresette

175 Rebello

175 Rebello

Das Werksrennmodell „Rebello“ als Nachfolger der 123cm ³ Werksrennmaschine erzielte mit 175cm ³ ohc- und später dohc-Motor mit anfänglich 22 PS ab 1955 unzählige nationale und internationale Erfolge sowohl bei den noch ausgetragenen Langstreckenrennen als auch später auf abgesperrten Rennstrecken. Aus der „Rebello“ wurde 1958 die berühmte 250er GP „Bialbero“ entwickelt, auf der ab 1961 Tarquinio Provini auch international unglaublich schnell war. 1963 verfehlte er nur um zwei Punkte den WM-Titel gegen Jim Redman auf der Vierzylinder-Honda. Mit zuletzt bis zu 40 PS gilt sie als schnellster 250cm³-Einzylinder aller Zeiten, die sogar auf dem schnellen Hockenheimring die leistungsstärkere Honda besiegen konnte. Nach dem verpaßten WM-Titel wurde sie bis 1967 nur noch in nationalen Rennen eingesetzt, wo sie zunächst unter Giacomo Agostini und später unter Angelo Bergamonti noch mehrere nationale Titel einfuhr.

Die Modellpalette wurde 1956 nach unten durch die neu entwickelte „Sbarazzino“ abgerundet. Mit 98cm ³-ohv-Motor, vier Gängen und 17-Zoll-Rädern wurde sie Basis für viele nachfolgende Modelle der Marke bis 1975. Die „Sbarazzino“ war das erste Modell, bei dem im Zylinderkopf die beiden Ventile parallel angeordnet waren, ein Konstruktionsdetail, das bis in die 90iger Jahre beibehalten werden sollte.

1959 entstand zusätzlich die artverwandte „Corsaro 125“ mit vergrößertem Hubraum, von der es, der Tradition des Hauses folgend, ab 1962 auch wieder ein Sportmodell gab, die „Corsaro Veloce“, mit der gemessene 115 km/h möglich waren. Ab 1964 ersetzte die auf 143cm ³ Hubraum erweiterte „Corsaro 150T“ die inzwischen eingestellte „Tresette“ und schloß die Lücke zur 250cm ³ „Settebello“. Die Corsaro wurde in den beiden Hubraumvarianten 125cm3 und 143cm3 mit kleinen Modifikationen zunächst bis 1969 in verschiedenenen Modellvarianten gebaut. Parallel zur 250cm 3 Settebello wurden auch modifizierte Corsaros in den USA mit mäßigem Erfolg verkauft. Werksseitig durchgeführte Versuche, aus der Corsaro eine konkurrenzfähige Rennmaschine zu entwickeln, scheiterten.
1969 erschienen die optisch deutlich moderneren Corsaromodelle „Sport Lusso“ mit 125cm ³ und „Super Sport“ mit 125cm ³ und 143cm ³ Hubraum.

Ein geändertes Motorgehäuse erlaubte ab 1970 den Einsatz eines 5-Gang Getriebes. Ab 1972 gab es bei der Corsaro einen charakteristischen quadratisch verrippten Zylinderkopf, der für bessere thermische Verhältnisse sorgen sollte, was angesichts der inzwischen höheren Motorleistung und der immer währenden Gefahr von Stegrissen zwischen den beiden parallelen Ventilen nötig erschien. In der zu dieser Zeit populären Sparte der Scramblermodelle gab es ab 1970 die „Corsaro Country 125“, die vor allem wegen ihres Doppelscheifenrahmens auffiel. 1974 waren die Corsaros zum letzten Mal in den Preislisten.

GP 250

GP 250

98 Sbarazzino

98 Sbarazzino

125 Corsaro Veloce

125 Corsaro Veloce

250 GP Bialbero

250 GP Bialbero

GP 250 Bilabero

GP 250 Bilabero

GP 250

GP 250

Corsarino Scrambler

Corsarino Scrambler

Corsarino 48

Corsarino 48

Corsaro 150  Regolarita

Corsaro 150 Regolarita

GP 250

GP 250

98 Sbarazzino

98 Sbarazzino

125 Corsaro Veloce

125 Corsaro Veloce

250 GP Bialbero

250 GP Bialbero

GP 250 Bilabero

GP 250 Bilabero

GP 250

GP 250

Corsarino Scrambler

Corsarino Scrambler

Corsarino 48

Corsarino 48

Corsaro 150  Regolarita

Corsaro 150 Regolarita

Nach dem Rückzug aus dem GP-Geschehen suchte man bei Morini ein neues Feld für Sportaktivitäten und fand es im Geländesport. Von der Corsaro abgeleitete Maschinen wurden als „Regolarita Casa“ bekannt, die zwischen 1966 und 1975 mit 98, 122, 143 und 163cm ³ Hubraum erhältlich waren und u. a. bei den Six-Days Veranstaltungen erfolgreich abschnitten. Die letzte Ausführung der „Regolarita“ war die so genannte „Testa piatta“, erkennbar an ihrer eigenwilligen Führung des Auslasskrümmers. Durch den hier erstmals eingesetzten ebenen Zylinderkopf und einem Kolben mit Heron-Brennraum ist sie als Vorläufer und Versuchsträger für die nachfolgende V-Motorengeneration anzusehen.

Im Mopedbereich kam 1963 mit der „Corsarino“ ein 48cm ³-Viertakter auf den Markt, der bis 1976 in etlichen Varianten erhältlich war. Parallel zu den größeren Modellen gab es auch bei der „Corsarino“ Turismo-, Sport- und Scramblermodelle, zunächst noch mit einem 3-Gang Getriebe und ab 1966 auch mit 4-Gang Getriebe. Für weibliche Kunden gab es das Modell „Donna“ mit freiem Durchstieg. Der Motor der Corsarino entspricht in seinen Konstruktionsdetails denen der großen Modelle, ist aber eine eigenständige Baureihe. Eine nur sehr kurze Vorstellung im 50cm 3 Bereich gab 1970 als einzigstes Zweitaktmodell von Morini nach 1954 die „Dollaro“ mit automatischem Getriebe.

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