Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Die 70er und 80er Jahre

1969 verstarb Alfonso Morini und seine Tochter Gabriella übernahm die Leitung der Firma. Der von Ferrari kommende Ingenieur Franco Lambertini sorgte ab 1970 für grundlegende Veränderungen bei Morini in dem jetzt erstmals an Mehrzylindermodellen gearbeitet wurde. Eine Analyse hatte ergeben, dass im mittleren Hubraumbereich 350 cm 3 bis 500 cm 3 Marktchancen bestanden.

1973 erschien die bekannte Morini „3 ½“ mit 72Grad-V-Zweizylinder, 344cm 3 Hubraum und Sechsganggetriebe. Der Tourenversion „3 ½T“ mit 35 PS folgte ein Jahr später die Sportversion „3 ½S“ mit 39 PS. Die „3 ½T“ war ein modernes Motorrad mit erstmals serienmäßigen Details wie Heron-Brennraum, 6-Gang Getriebe, elektronischer Zündung und einem Zahnriemen als Nockenwellenantrieb. Die 3 ½ erhielt allgemein gute Kritiken und der wirtschaftliche Erfolg mit der 3 ½ blieb nicht aus.

Der Motor verband eine angenehme Drehmomentcharakteristik mit vergleichsweise hoher Motorleistung und niedrigem Kraftstoffverbrauch. Der Doppelschleifenrahmen war nach Nortonvorbild gestaltet, das Fahrwerk sehr handlich. Erst Mitte der 1980er Jahre wurden die Produktion der „klassischen 3 ½“ mit dem Modell „K2“ beendet.

Tremezzo Prototyp 1969

Tremezzo Prototyp 1969

Tremezzo Sport 1974

Tremezzo Sport 1974

Tremezzo Touring 1973

Tremezzo Touring 1973

Tremezzo Sport 1977

Tremezzo Sport 1977

Als Nachfolger der 1974 endgültig eingestellten „Corsaro“-Modelle erschien 1975 die „125H“, deren Einzylindermotor auf dem Konzept des „3 ½“-Motors aufbaute. 1978 folgte der „3 ½“ eine 478cm ³-Version, welche die Modellpalette nach oben abschloß. Auch hiervon gab es bald schon wieder eine „T-Version“ und eine „S-Version“, die sich allerdings im Gegensatz zur „3 ½“ nur optisch unterschieden. Wurde hier, wie auch bei der „3 ½“, das Fahrwerk gelobt, erntete die im Vergleich zur Konkurrenz geringe Motorleistung der 500er herbe Kritik. Eine Turbo-Version der 500er blieb ein Prototyp.

500 Touring

500 Touring

500 Sport

500 Sport

125 H

125 H

500 Turbo

500 Turbo

In halbierter Ausführung der 500er war schon 1977 eine 239cm ³ Einzylinder als „250T“ erhältlich. Auch bei diesem Modell gab es die Diskrepanz zwischen einem guten Fahrwerk auf der einen und geringer Motorleistung und starken Vibrationen des Einzylinders auf der anderen Seite. Der Motor war wegen seiner Vibrationen komplett in Gummilagern aufgehängt. Die Bauzeit endete bereits 1980.

An ihrer Stelle erschien die „250J“, ein V-Zweizylinder mit identischem Hubraum, doch auch ihr war kein Verkaufserfolg beschieden. Die Konkurrenz hatte deutlich mehr Motorleistung zu bieten, was das sehr gute Fahrwerk nicht kompensieren konnte. Sie ist allerdings bei Insidern heute ein Geheimtip.

250 T

250 T

Camel 500

Camel 500

V 250

V 250

250 T

250 T

An alte Geländeerfahrungen knüpfte Morini 1981 mit der „Camel 500“ Enduro an, der ein Jahr darauf die hubraumkleinere „ Kanguro“ mit 344cm ³ folgte. Besonders die „Camel“ konnte mit überdurchschnittlichen Fahrwerkskomponenten im Geländeeinsatz überzeugen. Auf 507cm ³ Hubraum gebracht, wurde die „Camel“ bei verschiedenen Wüstenrallyes eingesetzt. Waren die ersten Ausführungen dieser beiden Enduromodelle noch gut im Gelände zu bewegen, gab es ab 1984, dem Zeitgeist folgend, unter Beibehaltung der Namen „Camel“ und „Kanguro“ Varianten, die eher auf der Straße als im Gelände bewegt werden wollten. Ihr Erkennungszeichen sind Rahmenrohre mit Vierkantprofil im sichtbaren Bereich. Sie blieben bis 1989 im Angebot.

1989 war mit der nochmals überarbeiteten Reiseenduro „Coguaro 350/501“ das Ende dieses Kapitels der Firmengeschichte erreicht. Eine zwischenzeitlich auf den Markt gebrachte Enduro mit 125cm ³ Motor, die „Kangurino“, war schnell wieder verschwunden, da chancenlos gegenüber den hier vorherrschenden Zweitaktern.

Coguaro 501

Coguaro 501

New York 501

New York 501

Excalibur 501

Excalibur 501

Camel 501

Camel 501

1986 wurde Morini von den Gebrüdern Castiglioni übernommen, zu deren Konzern auch schon die Marken Cagiva, Ducati und Husqvarna gehörten. Morini sollte in dem Konzern langfristig den Marktbereich der Chopper abdecken. So entstanden die Soft-Chopper Modelle „Excalibur 350/501“ und „New York 350/501“.

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