Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Die Corsaro Modellgeschichte

Als konsequente Weiterentwicklung der erfolgreichen Sbarazzino, wurde 1958 ein 125ccm Modell vorgestellt, die Corsaro. Sie füllte die Lücke zwischen den 175ccm und 98ccm Modellen. Der Motor wurde weitgehend von der 98er übernommen und weiter aufgebohrt. Die Corsaro stellt das leistungsgesteigerte Motorrad für den Alltagsgebrauch dar. Mit verschiedenen Änderungen, die auf den folgenden Seiten gezeigt werden, blieb die Corsaro bis 1975 im Programm und verkaufte sich sehr gut. Ab 1965 wurde die Corsaro wahlweise auch mit einem 143ccm Motor angeboten. Die Leistung der 150er war nur geringfühgig höher als bei der 125er.
Parallel zur Corsaro 125 wurde eine sportliche Variante angeboten, die unter dem Namen Veloce, was soviel wie Geschwindigkeit heißt, bekannt wurde. Die Veloce unterschied sich im wesentlichen nur durch ein paar Anbauteile wie Tank mit seitlich angeordneten Tankverschluß, schlanke Kotflügel, Stummellenker, 20er Dellorto-Vergaser und andere Federbeine. Die Sportvariante wurde von 1963 bis 1968 gebaut.

Die in Italien erfolgreich verkauften Corsaro Modelle wurde im Jahr 1969 überarbeitet. So kam zunächst die Super Sport auf den Markt. Der Rahmen der SS war rot, der Tank rot-silber lackiert. Die Leistung der Super Sport wuchs auf 10,75 PS (10,9 PS bei den 150er). Wahlweise wurde die SS auch mit dem aus früheren Jahren bekannten 150ccm Motor angeboten. Die Kotflügel waren aus Edelstahl, der Tank erhielt eine andere Form und ein Kniekissen. Es wurden ein Drehzahlmesser und ein Tacho zeitgemäß ein einzelnen Gehäusen untergebracht, außerdem wurden die bei der Veloce bereits seit langem verbauten Federbeine eingebaut. Ansonsten bieb das neue Corsaro Modell unverändert.

Neben der Super Sport bot Morini auch ein Allroundmodell mit dem Namen Sport Lusso an. Die Lackierung fiel hierbei etwas unscheinbarer aus. So war der Rahmen der Sport Lusso schwarz, der Tannk blau-silber lackiert. Die Leistung war durch einen anderen Vergaser etwas geringer (10,5 PS bei 9000 U/min, 115 km/h Spitze). Ansonsten war die Sport Lusso absolut identisch mit der Super Sport. Im Gegensatz zur Super Sport war die Sport Lusso nur mit einem 125ccm Motor erhältlich.

Für den Tourenfahrer führte Morini ab 1965 das Motorrad für den schmalen Geldbeutel im Programm, die Tourismo. Diese Maschine wies verschiedene Anbauteile auf, die die übrigen Corsaro Modelle nicht hatten. So fand man an der Tourismo verschromte Strurzbügel, eine lange Sitzbank und die wuchtigen Blechkotflügel der alten Modelle. Der Kettenschutz war umfangreicher und am Tank war eine Gepäckträger installiert. Die Tourismo wurde nur mit einem 150ccm Motor angeboten. Als Sportversion mit Stummellenker gab es als Aternative die Grantourismo GT.

Anfang der siebziger Jahre kam dann die Coraro Special 125 ins Programm, sie sollte das Top Modell werden. Mit zeitgemäßer Rennausstattung wie Stummellenker, langer Sporttank, Lafranconi-Auspuff, neuer Kettenschutz und kurze Nirosta Kotflügel, machte diese ordentlich was her. Das 125ccm Modell leistete 14 PS bei 9600 U/min. Da sie sich nur kurz im Progamm befand gehört die Special heute zu den absoluten Raritäten unter den Corsaro Modellen.

Auf Basis der der Corsaro 125 wurde ein Enduro Modell entwicklet. Diese lief unter Bezeichnung Country und war ursprünglich für den Export nach Amerika gedacht. Doch diese Marktlücke erwies sich als unwirtschaftlich und so wurde die Country überwiegend auf dem italienischen Markt verkauft. Der Rahmen besteht im Gegensatz zur Corsaro aus einem Doppelschleifenrahmen, der unten geschlossen ist. Bei späteren Modellen wurde der große Zylinderkopf der Regolarita eingebaut. Der Auspuff wurde in Scramblermanier hochgezogen und ab 1973 mit Zierblech verblendet.

Die Modelle Hurrican, Cyclone oder Thunder Chief waren in ihrer jeweiligen Ausführung für den Amerikanischen Markt bestimmt. Die motoren waren nahezu idendtisch zu den italienischen Auführungen aber mit besonderer Berücksichtigung der amerikanischen Umweltauflagen. Durch die vielen Anbauteile hat die Motorleistung natürlich etwas gelitten.

Der Text stammt zu einem erheblichen Anteil aus dem Buch Moto Morini – Eine italienische Legende, von Gerhard Scharl. Es ist das einzige Buch seiner Art in deutscher Sprache. Leider ist die Bildqualität nicht so toll, doch in der italienischen Ausgabe erscheinen diese um so besser.Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für die für die Freigabe bedanken.

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