Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

22. Internationales Moto Morini Treffen

Ein Organisationsbericht von Dirk Gramse

Beim MORINI- Treffen 2000 waren wir zum zweiten Mal größter anwesender Stammtisch gewesen. Mit der Rückendeckung durch einen großen Stammtisch sollte es doch möglich sein solch ein Treffen zu organisieren, dachte ich mir, und meldete uns bei Michael Würtz für das Treffen 2002 an. Dabei hatte ich auch schon ein Gelände ins Visier genommen, welches sich aufgrund verschiedener Erfahrungen zur Durchführung eignen sollte. Das Falkenheim Langeleben hier bei uns im Elm. Der Falke sollte in seinen Horst im Falkenheim einkehren, und sich wohlfühlen.
Etwa zwei Wochen nach dem 2000er Treffen fuhren Antje und ich in den Elm um das Gelände mit dem Haus zu mieten. Der Herbergsvater, Herr Kaufmann, machte einen äußerst kooperativen Eindruck und wir waren überzeugt, daß dieser Ort mit seinen Möglichkeiten uns echte Planungssicherheit geben sollte, zumal bereits Erfahrungen mit Motorradtreffen vorlagen. Die Anmietung stellte natürlich bereits einen gewissen Kostenpunkt dar, der im weiteren Verlauf durch Vermietung von Betten, und entsprechende Preisgestaltung abgesichert werden mußte.
Um eine Kapitaldecke zu erhalten, entwickelten wir ein Aktienmodell, an dem jeder der ein Interesse an der Sache hatte, teilhaben konnte. So bekamen wir innerhalb kürzester Zeit genügend finanzielle Mittel zusammen um unabhängig agieren zu können. Im Organisationsteam wurde währenddessen darüber gestritten wie die Versorgung mit Getränken und Mahlzeiten organisiert werden sollte.

Verschiedene Modelle, von kompletter Versorgung durch Fremdfirmen bis zur Versorgung in eigener Verantwortung, wurden diskutiert. Das Letztere wurde schließlich beschlossen. Uns war klar, daß wir dazu wirklich viele Helfer motivieren mußten um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Sandra hatte, beruflich aus der Gastronomie stammend, den größten Durchblick und damit die Führungsposition inne. Für die “Chefin” war das Treffen eine 96 Stunden Übung ohne Schlaf.
Für die Einladungen an die Strega, die Stammtische, und einzelne MORINI Clubs blieb im Vorfeld genügend Zeit. Meine Spezis von der Presse konnte ich auch weit im Voraus motivieren. Zum Glück bestand dort auch ein gewisses Interesse an der Marke, so daß Guntram Jordan, der einen Bericht für die “MO” schreiben wollte, sich bei uns offensichtlich sehr wohl fühlte.
Sorgen bereitete uns zunehmend die Tatsache, daß die Vermietung der Betten sehr schleppend voranschritt. Das zwang uns bis zuletzt zu einer sehr flexiblen Preisgestaltung bei den Getränken. Überhaupt war es unser Wunsch möglichst niedrige Preise zu ermöglichen und dabei ein Höchstmaß an Kultur bzw. Komfort umzusetzen. Torsten, unserem Hausmeister, war es ein besonderes Anliegen die sanitären Anlagen sauber zu halten und im Haus einen gemütlichen Rückzugsraum für mögliche Regenschauer zu schaffen. Dabei mußte ja auch die Fußball WM beachtet werden um unseren Kickern gerecht zu werden.
Da wir nur Flaschenbier ausschenken konnten, aber keinen Glasbruch durch Biergläser riskieren durften, kamen wir auf die Idee Kunststoffbecher mit einem MORINI Aufdruck als Gastgeschenk zu offerieren. Diese ließ Michael anfertigen, da er über seine Firma vielfältige Kontakte hatte.
Bei heißblütigen Disputen blieb unser Elder statesman Armin immer der ruhende Pol mit klarem Blick für`s Notwendige. Diese Coolness half ihm auch beim Grillen. Dort mußte er im Team mit Stefan und Matze einige Feuerattacken und brenzlige Situationen überstehen. Der Dauerstreß beim Vorbereiten und Verkauf der Getränke und Lebensmittel konnte nur im Verein mit diversen freiwilligen Helfern in Fünferschichten überstanden werden.
Dieser Bereich war über das ganze Treffen am anstrengendsten zu bewerkstelligen. Dabei waren Hagen, Hans Joachim, Jürgen, Uwe, Ulf, Matthias und Dietmar die Helden der Arbeit, die im Zweifel auch mal Doppelschichten fuhren.

Dagegen war der Job als Platzanweiser am Eingang schon eher ruhig zu nennen. Jens hatte einfach mal so gedacht, daß es wohl ganz sinnvoll wäre alle Ankömmlinge zu begrüßen und ihnen freundlich einen Platz zuzuweisen.
Dabei überreichte er ihnen gleich ein Stück Folie, damit im Wasserschutzgebiet kein Tropfen Öl in die Erde gelangen konnte. Diesen Job hielt er die ganze Zeit aufrecht. Nur Samstag Mittag rief die andere Pflicht. Nämlich als umsichtiger Tourguide den Ausflug nach Störy zu begleiten. Diesen Teil unseres Programms hatte Bodo entworfen. Er hatte die Verantwortung für die Ausschilderung der Anfahrtswege und das Freizeit- und Sportprogramm. Unser langjähriger Freund und Rennleiter Didi half bei der umsichtigen Durchführung der Ausfahrten.
Während Antje an der Anmeldung durchgehend die Stellung hielt, wurde ein großes NVA-Zelt auf- und wieder abgebaut. Zwischendurch diente es immerhin beim Frühstück als Unterstand, wurde aber nicht wirklich gebraucht. Das Wetter hielt zum Glück stand und verwöhnte alle Teilnehmer mit Freundlichkeit.
So wurde das Haus eindeutig nicht voll. Und der Bierpreis blieb bei 1,- EURO.
Dafür mußte ständig Nachschub an Fleisch herangeschafft werden. Der Nachschub rollte unter Anderem auf dem Laster, den Gundi und Michael beigesteuert hatten. Bis spät in die Nacht wurde gefuttert. Ganz spät gab es hier in der Hütte auch die von einigen jüngeren Teilnehmern vermißte laute Musik.
Das Lagerfeuer wurde befeuert mit Holzresten diverser Dächer aus dem Braunschweiger Land. Thomas, unser Zimmermann, war froh seine Reste loszuwerden, und ließ es sich nicht nehmen den Breakdown-Service zu übernehmen, der aber schließlich überhaupt nicht benötigt wurde. Wer hatte etwas anderes erwartet? Daß uns nicht das Licht ausging, hatten wir Antje`s Bruder Andreas zu verdanken, der im Verbund mit diversen Spendern die Elektrik zur Verfügung stellte. Etwa 500 Meter Kabel waren zu verlegen und einige Scheinwerfer und Lampen zu installieren. Nicht zu vergessen das halbe Dutzend Kühlschränke, die vom Küchenteam angeschleppt wurden. Das ganze Zeug wurde mit drei Transportern bewegt und in einigen Wochen zusammengetragen und in der Scheune auf unserem Hof gebunkert. Am Sonntag mußte alles ruckzuck wieder eingepackt, und bis spätestens 1400 Uhr abtransportiert sein. Deshalb hatten wir am Abreisetag einen etwas ungeduldigen Ausdruck im Gesicht und waren nicht allzu gemütlich drauf.
Geschlafen wurde im Allgemeinen sehr wenig. Nachdem wir am Donnerstag um 1000 schon mit dem Aufbau begonnen hatten, saß uns am Sonntag die Müdigkeit ziemlich in den Knochen.

Die Nachtwache bei den vielen, vertrauensvoll nicht abgeschlossenen, MORINIs war sehr idyllisch! Der Blick über die Mopeds und auf die Festwiese mit dem Lagerfeuer und dem angestrahlten Baum war so schön, daß ich es mir immer wieder anschauen mußte.
Ein wenig Müdigkeit ( Zufriedenheit? ) hatte aber auch die vielen Gäste
ergriffen. Das Fußballspiel mußte immer wieder verschoben werden, bis endlich knappe 10 Leute ihre Haxen schwangen und einen müde besuchten Kick wagten. So wurde Christians Einsatz als wandelnde Litfaßsäule wenigstens ein bißchen belohnt.
Insgesamt waren 135 Teilnehmer gemeldet. Wir schätzen, daß zeitweise 200 Personen auf dem Gelände waren, um sich die Schätze anzuschauen. Es wurden etwa 100 MORINIs gezählt. Die weiteste Anreise von allen hatte unser Freund Tommi, der direkt aus Nanjing/ China angereist war um mal wieder bei seinen Kumpels das MORINI Treffen zu besuchen. Am Samstag ließen sich einige Stammtische von Heike auf Fotos ablichten. Die Beteiligung an dieser Aktion war allerdings von einer gewissen Zurückhaltung geprägt. Am lockersten waren dabei die Hamburger, die auch mit der größten Teilnehmerzahl glänzen konnten.
Das wurde bei der Pokalvergabe mit dem Erhalt des Wanderpokals belohnt. Die Pokale wurden übergeben von unserem hiesigen Nachwuchs, Emily und Johanna, die sich der Würde dieser Zeremonie sehr bewußt waren.
Etwas später am Abend entschied es sich dann, daß das nächste Treffen in Hamburg, eventuell am Heidbergring, stattfinden wird. Leider gab es nicht allzuviel Nachfrage von seiten der Stammtische. Schade eigentlich, weil andererseits viel Energie in die Ausrichtung eines weiteren Treffens in Bayern gesteckt wurde, welches 4 Wochen später stattfinden sollte. Dieses stieß auf recht viel Unverständnis bei den anwesenden Gästen. Es wurde die Befürchtung geäußert, daß sich damit eine Aufteilung der MORINI Szene ergeben könnte, die wirklich nicht erwünscht ist. Die Veranstalter anderer Treffen sollten sich mal überlegen wie das Label, MOTO MORINI Treffen, geschützt werden kann. Ich denke es kann nur ein MORINI Treffen geben. Erweiterte Stammtischtreffen mit Ausfahrt, Renntermin oder Bastelseminar sind doch echt toll und eine Bereicherung. Aber ein Alternativtreffen sollte es nicht geben! Lieber um die Ausrichtung des einen Treffens bemühen und in Kauf nehmen auch mal weiter fahren zu müssen. Oder…?

Insgesamt war das Treffen ein schöner Erfolg, und unser Konzept hat funktioniert. Dank auch an alle ungenannten hilfreichen Menschen, ob MORINI Fahrer oder Spender, Geldgeber, Helferlein, Kuchenbäcker und tolerante Frauen, Freundinnen und Kinder.
Großen Dank aber vor allem an unsere Gäste !
Kein Müll auf den Zeltplätzen, keine unangenehmen Schnapsleichen, keine ruhestörende Lautstärke, friedliebendes Volk bei dem nur der Auspuff dröhnt!
Mit dieser Truppe kann man sich wirklich überall sehen lassen.

Wir dürfen wieder im Falkenheim einkehren, wenn es gewünscht wird!

Stammtisch Elm/Asse

Dirk Gramse

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