Michael Stuefer
Naja, wo soll ich beginnen?
Angefangen hat die ganze Story eigentlich mit einer Kawa Z440, mit Starrahmen, die ich neu aufbauen wollte. Recht halbherzig ging ich an’s Projekt ran. Bei einem Teilemarkt in Mailand, wo ich eigentlich für die Kawa Teile suchte, fiel mir diese Morini ins Auge. Zu dem Zeitpunkt hatte sie zwar schon ihre jetztige bezaubernde Form und diese wahnsinns Wespentaile, aber schon auf dem ersten Blick sah ich, dass auch dabei wohl alles auseinandergebaut werden muß um dann geputzt, poliert, überholt und ausgetauscht zu werden. Jede Menge Arbeit.
Währe ich nicht an jenem Tag mit einem Freund auf dem Markt gewesen, der mir beim restaurieren dieses Motorrades seine Hilfe zugesagt hat, währe der Kauf wahrscheinlich nicht zu stande gekommen. Der Preis war fair, so schlug ich ein. Nachdem ich das Motorrad umgeschrieben, und nach Südtirol gebracht hatte, ging’s los. Den Winter über wurde nun daran gearbeitet. Beim zerlegen fiel auf, dass der Vorbesitzer damit nicht weit gefahren sein kann, da doch einige Teile in bedenklicher Art montiert waren. Doch bleibt einzugestehen, dass der Erbauer wirklich ein gutes Auge hatte. Aus einer 350 Sport Baujahr 1977 kreirte er diesen Chopper. Die Suzuki Hinterradschwinge, der modifizierte Morini-Rahmen und der hintere Kotflügel einer Guzzi 350 harmonieren mit dem Aprilia-Tank und der Marzocchi-Gabel mit Rad und Kotflügel unbekannter Herkunft recht gut. Kleine Details wie die Aprilia-Rückleuchte, Scheinwerfer, Lenkstange, Spiegel etc. tun ihr übriges.
Ach ja, die Honda-Sidepipes sind der Hammer! Der unwahrscheilich, kernige Zweizylinder-Sound wird selbstbewußt in die Umgebung geblasen. Konnte ich beim zerlegen und restaurieren noch ordentlich hinlangen überließ ich den Zusammenbau meinem Freund Ettore Projetti, der dafür ein goldenes Händchen hat. Er sorgte dafür, dass die Technik nicht nur gut ausschaut, sondern auch richtig funktioniert. Nachdem am Ende auch der Zettelkram in Ordnung gebracht war, stand dem Fahrspass nichts mehr im Wege! Und wie sie abgeht! Ein größerer Zahnkranz sorgt für eine Beschleunigung, die einem das Wasser in die Augen treibt…
Sechs Gänge für eine Spitze von 360 km/h (zumindest hat man den Eindruck). Lange überlegen mußte ich bei der Tankbeschriftung, die noch nicht definitiv ist. Irgendwie möchte ich mit einigem Stolz ein Morini-Logo auf dem ex “Red Rose”-Tank, auf der anderen Seite ist es vergnüglich, vermeintliche Motorradkenner um das Motorrad umherschweifen zu sehen, mit der Frage im Kopf: Was ist das? Japaner – nein! Harley – auch nicht! Aber was wohl?! Ein herzlicher Dank geht an: Ettore – dem begnadeten Schrauber, mit Familie, Ezio – dem Vorbesitzer, Capelli Motors – dem Vermittler, an alle, die mich sonst unterstützt haben und an die bezaubernde Michaela für die tollen Fotos!
Freundliche Grüße – Aloha! Moto Morini, Bier & Bikini! Michael Stuefer