Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

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Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Laverdatreiber »

Geneigte Wissende,
obwohl die alten Beläge noch gut waren, hab ich jüngst bei Tremezzo neue bestellt in der Hoffnung, diese würden mehr Wirkung bringen. Denkste. Das Camel bremst vorne nicht, es wird nur gemächlich langsamer, wenn man den Bremsgriff bis zum Anschlag zieht :nichtverstehn: :grrrrrrr:
Das Bremsseil ist gut, der untere Bremshebel schön auf 90 Grad bei Belastung, Nocken in der Trommel geschmiert, Beläge und Trommel angeraut.
Meine 79er XT bremst da wesentlich besser. Bei der Camel gibts gefühlt auch nicht annähernd einen Druckpunkt. Vom gefühlten Anlegen der Beläge an der Trommel lässt sich der Handhebel noch ca 2cm zurückziehen (bis zum Lenkergummi), ohne das viel passiert. Also Vorderrad zum Pfeifen bringen ist da nicht! Im Gegensatz dazu kann man die Fußbremse als geradezu "giftig" bezeichnen.
Ist das "normal" oder wollen Kamele ob ihrer Geländetauglichkeit einfach nicht auf Befehl stehen bleiben? Trotz viel Schraubererfahrung bin ich da ratlos :nichtverstehn:
Gruß Hannes
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norbert
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von norbert »

Vielleicht solltest du mal das Tragbild der Beläge anschauen, wahrscheinlich liegen die nur zu einem geringeren teil wirklich an.

Aber vielleicht hilft ja auch schon Folgendes:
Radachse (auch die Klemmung) lösen, die Bremse voll ziehen und dann oder bei gezogener Bremse die Radachse anziehen. So zentrierst du das Ganze ein wenig. Das kann u.U. Einiges bewirken :wink:
saludos
norbert
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Camelreiter »

Ich habe auf Scheibenbremse umgerüstet...

Erhard
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von corsarino »

Hallo Hannes,

ich kenne keine Trommelbremse bei Camel und Kanguro die auch nur annähernd "bremst".
Meiner Meinung sind die Dinger auch mit viel Arbeit nicht zum bremsen zu überreden.

Vielleicht sind auch die heutigen Ansprüche einfach anders...

Ich habe so wie auch viele andere auf Scheibe umgerüstet.
Wobei von den originalen kleinen Scheiben mit mini Bremssattel auch keine Wunder zu erwarten sind.

Also im Grund ist deine Erfahrung in diesem Fall "normal"

Gruß, Andreas
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Laverdatreiber »

Radachse (auch die Klemmung) lösen, die Bremse voll ziehen und dann oder bei gezogener Bremse die Radachse anziehen. So zentrierst du das Ganze ein wenig. Das kann u.U. Einiges bewirken :wink:
... hab ich eh so gemacht, Norbert. Das Tragbild (zumindest bei den alten Belägen) war ok.
Ich komm schon zurecht so, dachte nur, sie könnte auch so bremsen wie meine XT (die ja auch nicht gut bremst :lol: )
Danke an euch,
Hannes
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Kniebi »

Hallo zusammen,

da muss ich zum Glück widersprechen. Mein Kamel bremst hinten wie vorne einwandfrei. Druckpunkt, Verzögerung, Bremsweg alles gut und Fading gab es auch noch keines durch zu heiße Trommel. Hinten blockiert es recht gut, vorne habe ich es noch nicht probiert, könnte aber gehen…

Ok, hat kein ABS… und vielleicht bin ich nichts Besseres gewohnt oder ich fahre zu langsam.

Wollte nicht angeben, sondern nur mitteilen, dass sie gut funktioniert und alltagstauglich ist. Hebelweg Und Druckpunkt müssen aber passen, sonst macht es keinen Spaß. Seilzuglänge und Hülsen passen alle?

Gruß aus Freiburg
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Laverdatreiber »

Vielleicht nochmal der Umstand, der mir nicht klar ist: Bei der Betätigung des Handbremshebels kommt zuerst etwas Leerweg, dann (ich sag mal so ab erstes Drittel bis zur der Hälfte) kommt der Widerstand in dem Moment, wo sich die Beläge an die Trommel anzupressen beginnen. Da müsst jetzt auch der gefühlte Druckpunkt sein. Von diesem Punkt weg kann ich aber jetzt den Hebel noch ein ganzes Stück zurückziehen, ohne das viel passiert. Wo verschwindet hier die Kraft hin??
Zuletzt geändert von Laverdatreiber am Donnerstag 21. Juli 2022, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von ipeco85 »

Ich habe da folgende Theorie:
Bei meiner Touring hatte ich denselben Effekt an der hinteren Trommel. Ich glaube, dass im "Leerlauf" die Beläge zu eng an der Bremstrommel angelegen sind. Ich hatte sie mit Übermass bekleben lassen und dann knapp abgedreht. Dadurch hat die Nocke einen ungünstigen Hebel zum aufspreizen der Backen, bis sie weit genug abgenutzt sind, was in diesem Fall SEHR lange dauern kann. Ich habe sie neu - mit Luftspalt - belegen lassen, aber noch nicht eingebaut. Werde dann berichten.
Zusätzlich gibt es auch unterschiedliche Reibwerte bei den Belägen (www.bremsbacke.at - die haben "Rennbeläge" und "Standardbeläge" zur Auswahl) und das Verhältnis kleine Trommel zu grossem Vorderrad ist auch nicht günstig für Frontwheelies, die andererseits beim Geländeeinsatz nicht unbedingt gewünscht sind. Meine Kanguro mit Scheibenbremse bremst auch erst nach dem Strippen der Verchromung so einigermassen.
Nachdem ich nach einer halben Saison Kanguro auf meine Touring ungestiegen war, habe ich bei der ersten Bremsung gleich einen Strich auf den Asphalt gezaubert - soviel zum unterschiedlichen Kraftaufwand beim Bremsen ...
Der fehlende Druckpunkt deutet m.E. allerdings auf unterschiedlich starkes Anlegen der Beläge an die Bremstrommel hin. Tragbild nochmals überprüfen.
Vielleicht kannst du ja auch aus diesem Artikel noch Erkenntnisse gewinnen:
https://ratracer.de/mz-trommelbremsen-optimieren/

Gute Fahrt
Peter
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Re: Bremswirkung Vorderrad Camel MKI

Beitrag von Stefan Bigalke »

Hallo Forum,

ein böses Thema! Ich glaube, jeder, der schon einmal viel Mühe in die Trommelbremsenwirkungsverbesserung gesteckt hat, hat viel Frust erlebt!
Nach meiner Erfahrung spielen die Qualität der Trommeloberfläche und der Radius der Belege (= Trommeldurchmesser, nicht kleiner!) eine wichtige Rolle. Und selbst wenn das perfekt wäre, so gibt es noch weitere geometrische Schwierigkeiten: Weil die beiden Nockenkontaktpunkte jeweils unterschiedlich weit von den Backendrehachsen entfernt sind, gibt es auch unterschiedliche Spreizwinkel der Backen. Wenn man Pech hat, funktioniert alles eigentlich schön, die Backen sind steif, aber man drückt nur den ablaufende Backen mit Kraft gegen die Trommel. Der auflaufende Backen ist dann quasi wirkungslos, weil er weniger Spreizwinkel hat.
Die Camelbremsen haben aber immer den nach vorn gerichteten Bremshebel unten an der Trommel - richtig? Da müsste dann der auslaufende Backen den größeren Spreizwinkel haben.

Wenn man sich in die Befindlichkeiten seiner Trommelbremse hineindenken und sie verbessern will, dann empfehle ich das schöne Buch "Besser machen" von Carl Hertweck.

Gruß, Stefan Bigalke
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